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	<title>ANZEIGER BERLIN &#187; Kurzgeschichten</title>
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	<description>Das Webmagazin aus der Hauptstadt</description>
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		<title>Seniorenheim &#8211; ich komme</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Nov 2009 23:02:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Astrid Lenz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Alter Mensch]]></category>
		<category><![CDATA[Entscheidung]]></category>
		<category><![CDATA[Lebensabschnitt]]></category>
		<category><![CDATA[Seniorenheim]]></category>

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		<description><![CDATA[Jeder möchte so lange wie möglich in seinen eigenen vier Wänden wohnen bleiben. Aber irgendwann kommt leider der Zeitpunkt, ob nun durch eine Krankheit oder das Alter,  wo  die ganz alltäglichen Dinge (sich waschen, einkaufen, kochen) nur noch beschwerlich oder gar nicht mehr zu bewältigen sind. Meine Nachbarin ist mittlerweile 87 Jahre, ein wenig schwerhörig, das Sehvermögen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-198" style="margin: 5px 10px;" title="Rollstuhl" src="http://www.anzeiger-berlin.de/wp-content/2009/11/893-foto-rollstuhl1.jpg" alt="Rollstuhl" width="150" height="150" /> Jeder möchte so lange wie möglich in seinen eigenen vier Wänden wohnen bleiben.<br />
Aber irgendwann kommt leider der Zeitpunkt, ob nun durch eine Krankheit oder das Alter,  wo  die ganz alltäglichen Dinge (sich waschen, einkaufen, kochen) nur noch beschwerlich oder gar nicht mehr zu bewältigen sind.</p>
<p>Meine Nachbarin ist mittlerweile 87 Jahre, ein wenig schwerhörig, das Sehvermögen hat  sehr nachgelassen, aber geistig ist sie noch voll auf der Höhe.<br />
Zwischenzeitlich erledigte ich hre Einkäufe und anschließend wurde noch ein wenig geplauscht, soweit meine Stimmbänder das mitmachten.</p>
<p>Nachdem sie vor etwa zwei Monaten aus dem Krankenhaus kam (Schwächeanfall), fragte sie mich ob ich ihr ein Mittagessen zubereiten würde. Na klar, kein Problem.<br />
Es sollte Rühreier mit Pellkartoffeln geben. Also verquirlte ich die Eier, Salz u. Pfeffer dazu, und ab in die schon heiße Pfanne damit.<br />
Ich rührte fleißig drauf los, soll ja schließlich nicht anbacken.<br />
Darauf sagt sie: &#8221; Nu rühr mal nicht so viel, sonst ist das ja alles Matschepamps.<br />
Komisch, ich rühre es immer, heißt doch auch Rühreier, oder? Egal, geschmeckt hat es ihr trotzdem.</p>
<p>Vor einiger Zeit fiel dann immer wieder das Wort &#8220;Seniorenheim&#8221;.<br />
Sie fragte mich was ich davon halte, aber ehrlich gesagt, konnte und wollte ich ihr weder ab- noch zuraten. Auf ihre Bitte hin, sah ich mir einige Seniorenheime an und brachte ihr Prospekte.</p>
<p>Vorgestern war nun ihr großer Tag. Sie bezog ihr Neues Domizil, und wie sie sagt, gefällt es ihr dort sehr gut. Sie muß sich um nichts mehr kümmern, bekommt ihr Mahlzeiten, hat ein schönes Zimmer mit Balkon und ein Arzt ist immer vor Ort. Das gefällt ihr am besten, wie sie sagt. Dann wird sogar Lippenstift und Rouge aufgelegt.<br />
Nur die Tabletten, die der Arzt ihr gibt, ihr aber von der Farbe her nicht gefallen, die wirft sie in die Toilette. Da hilft auch kein gutes zureden, was sie nicht will, will sie nicht.<br />
Stur, aber herzlich.</p>
<p>Ich nahm an es würde sie belasten, diese Entscheidung getroffen zu haben.<br />
Vorher 50 Jahre eine schöne 2Zimmer Wohnung, jetzt gerade mal 24qm Wohnraum.<br />
Es ist ihr letzter Lebensabschnitt, ihre letztes zuhause.<br />
Ich wünsche ihr noch ein paar schöne Jahre, wo sie sich verwöhnen lassen kann.<br />
Ich werde sie, so oft ich kann besuchen.</p>
<p align="left"><a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Seniorenheim+%E2%80%93+ich+komme+http://pbhb8.th8.us" title="Post to Twitter"><img class="nothumb" src="http://www.anzeiger-berlin.de/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-twitter-micro4.png" alt="Post to Twitter" /></a></p>]]></content:encoded>
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